Die Nordische Rundfunk Aktiengesellschaft (Norag AG) startete im Mai 1924 ihr Programm. Hamburg hatte somit als 5. deutsche Metropole einen Radio-Sendebetrieb. Medienhistoriker Dr. Hans-Ulrich Wagner hat anlässlich dieses Jubiläums mit dem NDR gesprochen.
Gegründet von Getreide- und Landmaschinenhändlern, stellte die Norag innerhalb weniger Monate die technische Infrastruktur auf die Beine und lieferte ein regelmäßiges Programm an Information und Unterhaltung. Für die damaligen Zeiten ein alles andere als selbstverständliches Unterfangen, meint Hans-Ulrich Wagner gegenüber dem NDR. „Wirtschaftlich war es eine sehr spannungsreiche Zeit. Im Oktober 1923 war es zur Hyperinflation gekommen. In solchen unsicheren Zeiten in ein neues Medium zu investieren, von dem überhaupt nicht klar war, welchen Erfolg es haben wird, war ein Wagnis.“
Durch geschickte Werbung war es der Norag gelungen, viel Aufmerksamkeit auf die neue Medientechnik zu lenken. Bereits bei der ersten Sendung hörten rund 800 Menschen mit privaten Empfangsgeräten zu. Besonders beliebt waren die Reportagen. „Für die Journalisten war es toll, die Welt mit Mikrofonen einfangen zu können und für die Zuhörenden war es toll, die Welt ins Wohnzimmer geliefert zu bekommen“, erzählt Hans-Ulrich Wagner.